1934 – STIMMEN

Oder: Als mein Mann das große Glück hatte, dem Führer im Tempelhofener Flughafenrestaurant eine Erfrischung reichen zu dürfen.

Nominiert für die Shortlist des Berliner Theatertreffens 2021
Gewinner des Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater 2020.

Wiederaufnahmetermine 24.10. bis 07.11.2021!
Tickets: HIER ONLINE  kaufen!

Infotext

Die Bewegung ist jung, der Frontmann charismatisch. Herzen und Köpfe fliegen ihm zu. Der Eintritt in die Partei? Ehrensache. Die NSDAP wächst zur mitgliederstärksten Partei der deutschen Geschichte. Was geht da vor in diesem Land? Was denken und fühlen diese Deutschen? Fragen, die der US-Soziologe Theodore Abel 1934 durch ein Preisausschreiben beantworten wollte. Rund 700 autobiografische Aufsätze von Nazis der ersten Stunde gingen bei ihm ein.

Futur3 blickt zurück und stellt sich der Frage, wer die Menschen waren, die die historische Nazi-Bewegung unter Einsatz sämtlicher Mittel systematisch vorangetrieben haben. Befragt wird damit auch unsere Gegenwart: Welche Lebenswege führen in die Radikalisierung? Und wie entstehen aus einem individuellen Unbehagen in der Gesellschaft neue politische Mehrheiten, die ein demokratisches System zu stürzen in der Lage sind?

1934 – Stimmen basiert auf einer Aufsatzsammlung des US-Soziologen Theodore Abel (1896-1988). Anfang der 1930er Jahre interessiert sich Abel für den politischen Aufstieg der NSDAP – was bewegt die Deutschen, die mit der Partei sympathisieren? Die Daten für seine Studie will Abel über ein Preisausschreiben erheben. Im Juni 1934 lobt er mit offizieller Unterstützung durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda einen Schreibwettbewerb aus. Gesucht wird die beste Lebensgeschichte eines NSDAP-Mitglieds der ersten Stunde. Rund 700 autobiografische Aufsätze gingen bei Abel ein, ihre Länge variiert zwischen einer handschriftlichen Notiz und 80 Schreibmaschinenseiten. Im Mittelpunkt stets die Frage: „Warum ich Nazi wurde“. Futur3 unterzieht die Lebensläufe einer theatralen Re-Lektüre und collagiert die persönlichen Bekenntnisse zu einer vielstimmigen Tour durch deutsches Denken und Fühlen. In den Kellergewölben des NS-Dok absolvieren die Zuschauer*innen einen Parcours wechselnd zwischen Live-Performance und multimedialer Installation.

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Fotos: ©Martin Rottenkolber

Theater heute, Dorothea Marcus


„Eine Begegnung mit der Vergangenheit, deren Intensität es in sich hat.“

Termine

Wiederaufnahme:
24.10., 26.10, 27.10., 28.10. und 29.10.2021
02.11., 03.11., 05.11., 06.11. und 07.11.2021
Startzeiten im 10 Minutentakt 18:00 bis 20:00 Uhr
Ort: NS-Dokumentationszentrum, Appelhofplatz 23-25, 50667 Köln

Tickets: Hier online kaufen!
Ticketpreise: 20 € / ermäßigt 15 €

Der Parcours ist in Zweier-Slots begehbar, die Buchung eines festen Zeitslots ist daher unbedingt notwendig. Bitte buchen Sie Ihren individuellen Termin frühzeitig. 

Vergangene Termine:
04.09.2020 – Uraufführung
05.& 06.09.2020, 08.09.-13.09.2020 
28.09.-30.09.2020

Besetzung

Von und mit: Frank Casali, Anja Jazeschann, Stefan H. Kraft, Luzia Schelling, Regina Welz (Spiel); André Erlen (Regie); Charlotte Luise Fechner, Sandra Nuy (Auswahl & Bearbeitung der Abel-Papers); Charlotte Luise Fechner (Chor-Text); Jörg Ritzenhoff (Komposition & Musik); Mariana Sadovska (Musik & Gesang); Petra Maria Wirth (Kostümbild); Kane Kampmann (Video, Malerei & Raum); Jens Standke (Video); Nastassja Pielartzik und Andere (Abel-Erzählung), Boris Kahnert, Jan Wiesbrock (Licht); Theresa Heußen (Produktionsmanagement); neurohr & andrä (Öffentlichkeitsarbeit);
Spielfassung: Ensemble; Grafik: André Erlen

Danksagung

Dank an das NS-Dokumentationszentrum sowie an den Berlin Story Verlag und Wieland Giebel


© Eine Produktion von Futur3 – freies Theaterkollektiv Köln in Zusammenarbeit mit Freihandelszone – Ensemblenetzwerk Köln

Förderer

Mit freundlicher Unterstützung von:
Kunststiftung NRW, Kulturamt der Stadt Köln, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW

Schlagwörter: Deutschland / Meinung / Performance / Politik / Theater