Künstler sein im Kapitalismus 2

»In der Kunst und nur dort scheint sich ein Weg zu zeigen, bei sich zu bleiben statt den Zwängen des Kapitalismus ausgesetzt zu sein, und zugleich in der Welt wahrgenommen werden zu können und auch in einem der kapitalistischen Logik folgenden Sinn erfolgreich zu sein.« [Ralf Peters]

von Andre Erlen

Im September veranstalten stimmfeld e.V. und die Freihandelszone ein Kolloquium, dass die Frage nach der Rolle des Künstlers im Kapitalismus stellt. Darüber werden wir zeitnah berichten und verwante und relevante Themen vorstellen.

Künstler sein im Kapitalismus/Being Artist in Capitalism

Ein Kolloquium für Kunstschaffende aller Sparten am 17./18. September 2016 in Köln

Mit den Philosophen und Künstlern Volkmar Mühleis und Ralf Peters und der systemischen Coach Georgia Hüls
Leitung und Moderation: Ralf Peters
Eintritt frei!

Wie kann man
– in unserer global kapitalistischen Gesellschaft als KünstlerIn (über-)leben,
– die eigenen künstlerischen Projekte verfolgen und auf Resonanz hoffen
– und vermeiden, dabei zum Opfer der kapitalistischen Logik zu werden?

Wir wollen für Künstlerinnen und Künstler ein Kolloquium anbieten, um diese Fragen miteinander zu besprechen – mit dem Ziel, neue Anhaltspunkte für die persönliche Positionierung in der durchökonomisierten Gesellschaft zu gewinnen.
Dabei gehen wir davon aus, dass sich der Kapitalismus als Geisteshaltung und als gesellschaftsdominierendes System gegenwärtig gleichzeitig „im Zustand der Niederlage und seiner Unbesiegbarkeit“ (Jakob Augstein) befindet. Zugleich gibt es kein Außerhalb des Kapitalismus mehr! Wie kann ich als KünstlerIn innerhalb dieses Systems agieren, ohne das System in mir selbst und in der Welt zu unterstützen?
Das Kolloquium wird je nach Teilnehmenden in deutsch und englisch stattfinden.

Programm

Wir wollen mit relativ kurzen Impulsvorträgen (von Volkmar Mühleis und Ralf Peters), Diskussionen (in Kleingruppen und im Plenum) und dem Einsatz von Selbstbefragungstechniken (u.a. systemischen Aufstellungen, geleitet von Georgia Hüls) ein Wochenende lang gemeinsam Ansatzpunkte erörtern für eine künstlerische persönliche Standortbestimmung im Konflikt mit der Logik des Kapitalismus.

Einige Thesen von älteren und zeitgenössischen Denkern werden wir nutzen, um das gemeinsame Nachdenken anzuregen. Der deutsche Philosoph Max Scheler, der vor gut hundert Jahren zu dem Thema bemerkenswerte Gedanken formuliert hat, wird eine wichtiger Ausgangspunkt für die Gespräche darstellen. Außerdem kommen Zeitgenossen wie Hans Abbing, Jacques Rancière, Christoph Bartmann, Hartmut Rosa und die Kapitalismuskritik im Anschluss an Boltanski/Chiapellos Buch „Der neue Geist des Kapitalismus“, in dem die Künstlerkritik eine bedeutende Rolle inne hat, zu Wort.

Zeiten: Samstag ab 10.30 Uhr bis ca. 19.00 Uhr, abends coming together
Sonntag, 10.00 Uhr bis ca. 14.00 Uhr
Ort: Freihandelszone, Krefelder Straße 71, 50670 Köln
Eintritt: frei! Anmeldung erbeten unter kontakt@stimmfeld-verein.de

Vorträge:
1. Ralf Peters:
a) Einführung – Künstler im Kapitalismus: die letzten hundert Jahre!
b) die vier infantilen Ideale des Kapitalismus und andere nützliche Gedanken von Max Scheler

2. Volkmar Mühleis: „Originalität = Konkurrenz? Künstlerische und kapitalistische Prinzipien im Vergleich – und was man selbst tun kann“

Förderung
Mit freundlicher Förderung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik e.V.

Weitere Informationen hier:

www.stimmfeld-verein.de
www.freihandelszone.org

Schlagwörter: Deutschland / Performance

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